Fraunhofer-Studie liefert Kompass für KI-Agenten: Vom Hype zur sicheren Anwendung
KI-Agenten sind das nächste große Ding, doch viele Unternehmen wissen nicht, wie sie sie konkret und sicher einsetzen können. Eine neue Studie des Fraunhofer-Forschungszentrums für Hybride KI (IAO & IAIS) schafft Klarheit. Sie führt das Konzept des "Agentic Level" ein, um zu bewerten, ab wann ein System als autonomer Agent gilt, und liefert Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Die zentralen Inhalte:
- Das "Agentic Level"-Raster: Ein KI-System ist ein Agent, wenn es ein definiertes Ziel verfolgt, seine Umwelt wahrnimmt sowie kooperieren, handeln und entscheiden kann. Das neue Raster hilft Unternehmen, diese Charakteristika zu bewerten und Risiken einzuschätzen.
- Breite Einsatzfelder: Die Studie zeigt Potenziale von Kundensupport und Vertrieb bis hin zu Robotiksteuerung und Notfallversorgung auf.
- Handlungsempfehlungen für die Praxis:
- Klein starten: Beginne mit Pilotprojekten in geschützten Umgebungen ("Sandboxes").
- Kontrolle behalten: Implementiere zwingend automatisierte und menschliche Kontrollsysteme ("Human-in-the-Loop").
- Rahmenbedingungen schaffen: Klare Governance, hochwertige Daten und die Einbindung der Mitarbeiter sind essenziell.
Die Studie kommt zur rechten Zeit, um den "Wildwuchs" bei KI-Agenten zu strukturieren:
- Die Governance-Lücke schließen: Das "Agentic Level" ist ein wichtiges Werkzeug. Bisher implementieren viele Firmen autonome Systeme, ohne deren Risikopotenzial wirklich zu verstehen. Die Studie liefert das notwendige Vokabular für die Risikoanalyse.
- Warnung vor dem "Autonomie-Rausch": Die explizite Empfehlung für menschliche Kontrollsysteme ist ein wichtiger Dämpfer für allzu optimistische Automatisierungsträume. Sie unterstreicht, dass volle Autonomie in geschäftskritischen Bereichen noch lange keine Option ist.
- Fokus auf Datenqualität: Der Hinweis auf "hochwertige Daten" klingt banal, ist aber der Hauptgrund für das Scheitern vieler Projekte. Ein autonomer Agent, der auf schlechten Daten basiert, ist ein unkalkulierbares Risiko.
Basierend auf der Notwendigkeit von Governance und Kontrolle wage ich diese Prognose:
- Der neue Job "AI Agent Governance Officer" entsteht (bis 2027): Unternehmen werden dedizierte Rollen schaffen müssen, die für die Compliance, Risikobewertung und Überwachung ihrer Flotte von KI-Agenten verantwortlich sind. Dies wird eine hochbezahlte Schnittstellenfunktion zwischen IT, Recht und Fachabteilung.
- Die "Agenten-TÜV"-Plakette kommt: Es werden sich Standards und Zertifizierungen für KI-Agenten etablieren, basierend auf Konzepten wie dem "Agentic Level". Agenten ohne ein solches Sicherheitszertifikat werden in kritischen Unternehmensbereichen nicht zugelassen.
- Renaissance der Datenqualität: Das Scheitern erster großer, autonomer Projekte an schlechten Daten wird zu einer massiven Investitionswelle in Data Governance und Data Cleaning führen, bevor die nächste Welle der Agenten ausgerollt wird.
Agentische KI wird die Arbeitswelt verändern. Bereite dich vor.
- Werde zum "Agenten-Versteher": Lies die kostenlose Studie. Verstehe das Konzept des "Agentic Level". Wenn du in deinem Unternehmen derjenige bist, der erklären kann, was ein KI-Agent ist und welche Risiken er birgt, machst du dich unentbehrlich.
- Positioniere dich als "Human-in-the-Loop": Die Studie betont die Notwendigkeit menschlicher Kontrolle. Das ist deine neue Rolle. Statt Routineaufgaben zu erledigen, wirst du der Supervisor, der die Entscheidungen des Agenten überwacht, korrigiert und im Zweifel eingreift. Entwickle die dafür nötigen Analyse- und Entscheidungskompetenzen.
- Starte dein eigenes "Sandbox-Projekt": Warte nicht auf die große IT-Initiative. Identifiziere einen kleinen, risikoarmen Prozess in deinem Bereich, der sich für einen ersten KI-Agenten-Piloten eignet, und schlage ihn vor.


