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IAB-Studie: KI substituiert kaum, schafft aber neue Anforderungen für Fachkräfte

Der Forschungsbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) untersucht die Auswirkungen von KI auf den deutschen Arbeitsmarkt zwischen 2019 und 2023. Anders als oft befürchtet, finden die Forscher keine Belege für einen negativen Zusammenhang zwischen KI-Betroffenheit und Beschäftigungsentwicklung . Im Gegenteil: In Berufen mit hoher KI-Exposition wuchs die Beschäftigung sogar stärker (+5,9 %) als in Berufen mit geringer (+2,5 %) oder keiner Exposition (-1,7 %) .

Die Studie differenziert zwischen Substitution (Ersetzung) und Komplementarität (Ergänzung). Während viele Tätigkeiten prinzipiell durch KI erledigt werden könnten, führt dies bisher nicht zu Entlassungen, sondern eher zu einer Veränderung der Tätigkeitsprofile .

Besonders betroffen sind Hochqualifizierte: Berufe mit Anforderungsniveau "Spezialist" oder "Experte" (z.B. IT, Naturwissenschaften, Unternehmensführung) weisen die höchsten KI-Potenziale auf . Dennoch ist gerade hier das Beschäftigungswachstum am stärksten.

Ein Warnsignal gibt es jedoch für jüngere Beschäftigte: In KI-exponierten Berufen ging die Neueinstellungsrate bei den unter 30-Jährigen leicht zurück . Dies könnte darauf hindeuten, dass Unternehmen bei Einstiegspositionen zögerlicher werden oder höhere Anforderungen stellen.

Fazit: KI wirkt aktuell eher als "Job-Booster" und Produktivitätshebel denn als Jobkiller. Der Strukturwandel findet innerhalb der Berufe statt, nicht durch deren Abschaffung .

Der kritische Kim-Blick:

Die Studie ist fundiert, hat aber blinde Flecken:

  1. Zeitverzögerung: Der Untersuchungszeitraum endet 2023. Die massive Welle generativer KI (ChatGPT 4, Copilot etc.) und deren Implementierung in Unternehmen nahm erst danach richtig Fahrt auf. Die Studie könnte also den "Tsunami" (wie es andere nennen) noch gar nicht voll erfassen.
  2. Fokus auf Quantität: Die Studie misst Beschäftigtenzahlen . Sie sagt wenig über die Qualität der Arbeit, Arbeitsverdichtung oder psychische Belastung (wie im WiWo-Artikel thematisiert) aus.
  3. Einstiegs-Hürde: Der Rückgang bei Neueinstellungen junger Menschen wird zwar erwähnt, aber in seiner Brisanz (drohende "Lost Generation" bei Berufseinsteigern) vielleicht unterschätzt.

Ergänzung zum Spiegel-Artikel dazu:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/kuenstliche-intelligenz-koennte-deutschlands-wachstum-stark-befeuern-a-8a9c3ba1-4c95-4a74-afd2-de5ff903a2cf

Der SPIEGEL-Artikel erwähnt diesen Schwachpunkt (dass die Studie auf Daten bis 2023 basiert und den Generative-KI-Boom daher nur bedingt abbildet) mit keinem Wort.

Im Gegenteil, er suggeriert absolute Aktualität und direkte Anwendbarkeit auf die jetzige Situation der "Generativen KI":

  1. Framing als Antwort auf aktuelle Ängste: Der Artikel leitet direkt mit den aktuellen "Horrorszenarien" des Anthropic-Chefs (eines führenden GenAI-Konzerns) ein und präsentiert die IAB-Studie als die wissenschaftliche "Antwort" darauf ("haben nun... ihre Antwort gegeben").
  2. Wortwahl suggeriert Neuheit: Formulierungen wie "Forscher... haben nun... ihre Antwort gegeben" und "neue Prognose" erwecken den Eindruck, die Studie basiere auf den allerneuesten Entwicklungen.
  3. Verknüpfung mit Generativer KI: Durch die Erwähnung von Chatbots im Intro wird impliziert, dass die Studie explizit die Auswirkungen dieser neuen Technologiegeneration berechnet hat, obwohl die Datenbasis der Studie (bis 2023) den vollen Durchschlag dieser Welle noch gar nicht erfassen kann.

Fazit: Der Artikel blendet die methodische Verzögerung komplett aus und verkauft eine Analyse, die stark auf vergangenen Daten (vor dem großen GenAI-Rollout) fußt, als direkte Prognose für die "KI-Revolution" von morgen. Das ist journalistisch zumindest unscharf, wenn nicht irreführend.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Diese Studie gibt Entwarnung vor dem schnellen "KI-Tod" deines Jobs, fordert dich aber zugleich heraus.

  1. Keine Panik, aber Anpassung: Dein Job wird wahrscheinlich nicht verschwinden, aber er wird sich unter deinem Hintern verändern. Du musst bereit sein, KI als "Kollegen" zu integrieren.
  2. Spezialisten-Fokus: Da Hochqualifizierte stärker betroffen (aber auch gefragter) sind , ist Weiterbildung der Schlüssel. Ruh dich nicht auf deinem Expertenstatus aus – er ist genau der Bereich, in den die KI vordringt.
  3. Alarmstufe Gelb für Einsteiger: Wenn du U30 bist, nimm den Rückgang bei Neueinstellungen ernst . Du musst dich von der Masse abheben. KI-Kompetenz ist kein "Nice-to-have" mehr, sondern deine Eintrittskarte, um überhaupt noch für Einstiegsjobs in Betracht gezogen zu werden. Beweise, dass du produktiver bist mit KI als ein Senior ohne.
Agenturinhaberin Richter ersetzt Junior-Projektmanagerin durch KI: "Neue Arbeitsteilung statt Verdrängung" ( )

Christina Richter, Inhaberin einer Agentur, berichtet, wie sie die Stelle ihrer gekündigten Junior-Projektmanagerin nicht neu besetzte. Stattdessen übernehmen KI-Tools nun die Aufgabenbereiche Recherche und Marktanalyse, die zuvor von der Mitarbeiterin erledigt wurden. Das Team ist weiterhin für den Faktencheck zuständig.

Richter sieht KI nicht als Ersatz, sondern als "Trainee", dem sie Themen und Abläufe erklärt. Die KI liefere erste Ergebnisse, den "strategischen Feinschliff" übernehme das menschliche Team. Ihre Motivation ist es, frühzeitig den klugen Einsatz von KI zu lernen, ohne sich abhängig zu machen. Sie betont, dass ihr Unternehmen gegründet wurde, um mit Menschen zu arbeiten, nicht um sie zu ersetzen.

Im Team wird offen über die Veränderungen gesprochen. Eine ursprünglich skeptische Kollegin nutzt die Tools nun regelmäßig und hat dadurch mehr Zeit für andere Aufgaben. Dies führe zu einer "neuen Arbeitsteilung". KI unterstütze bei der Themenidentifikation, Presseansätzen oder Headlines, indem sie Artikel sammelt, Eckpunkte analysiert und Argumentationslinien filtert.

Richter hat niemanden entlassen, um KI einzusetzen. Die aktuelle Situation werde genutzt, um zu prüfen, welche Aufgaben Zukunft haben. Obwohl KI Geld spare, sei dies nicht ihre Hauptmotivation. Stattdessen entstünden neue Schwerpunkte und Arbeitsbereiche, und die Zusammenarbeit mit Freelancer:innen gewinne an Bedeutung.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Dieser Artikel zeigt dir ein sehr konkretes und realistisches Szenario, wie KI Jobs transformiert, nicht zwingend killt. Als dein jobfellow solltest du hier genau hinschauen:

"Junior-Aufgaben zuerst betroffen": Die KI hat eine Junior-Projektmanagerin ersetzt, die sich um Recherche und Analyse kümmerte. Das sind oft die Einstiegsjobs. Wenn du am Anfang deiner Karriere stehst, musst du diese "Junior-Aufgaben" schnell per KI automatisieren können, um dich auf den "strategischen Feinschliff" zu konzentrieren.

Qualifikation verschiebt sich nach oben: Die KI ist der "Trainee". Der Mensch wird zum "Anleiter", "Faktenchecker" und "Strategen". Deine Fähigkeit, KI-Tools zu "erklären", zu "begleiten" und ihre Ergebnisse zu veredeln, wird entscheidend.

Die "neue Arbeitsteilung" ist real: Es geht darum, wie du und KI euch ergänzt. Die Agentur spart keine Kosten durch Entlassungen, sondern schafft Raum für andere Aufgaben und Freelancer:innen.

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Norwegen: Zeitungen holen die Gen Z zurück – mit Gratis-Abo und KI ( )

Während Medienhäuser in Deutschland über sinkende Abos klagen und die Gen Z an Social-Media-Plattformen (TikTok) voller Desinformation verlieren, zeigt Norwegen einen erfolgreichen Gegenentwurf. Der Zeitungskonzern Amedia (120 Zeitungen), dessen zahlende Leserschaft zu 75% über 70 Jahre alt ist, startete eine radikale Maßnahme: ein landesweites Gratis-Digitalabo für alle unter 21 Jahren. Projektleiterin Marte Ingul begründet dies als Kampf gegen "zynische Plattformen" und als Dienst an der Demokratie.

Der Erfolg nach sechs Monaten ist groß: 66.000 neue junge Nutzer:innen (15-20 J.), davon über die Hälfte männlich – eine Gruppe, die sonst als medienkritisch gilt. Parallel wird KI als Effizienz-Tool im Newsroom eingesetzt: Die Lokalzeitung "iTromsø" nutzt KI, um 12.000 Behördendokumente pro Monat zu scannen, was die Recherchezeit von 1,5 Stunden auf 10 Minuten senkt. Dies führte zu 15% mehr Digitalabos und Journalismuspreisen. Auch Amedia nutzt KI zur Recherche und Datenanalyse, um die journalistische Qualität zu sichern.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Dieser Artikel zeigt dir perfekt, wie KI Jobs nicht ersetzt, sondern augmentiert (verstärkt). Als dein jobfellow rate ich dir, das genau zu beobachten: Die Redakteur:innen bei "iTromsø" wurden nicht entlassen; sie wurden besser. Sie nutzen KI, um in 10 Minuten zu leisten, wofür sie früher 90 Minuten brauchten, und entdecken so völlig neue Geschichten.

Deine Chance: Lerne, KI als dein persönliches Recherche- und Analyse-Werkzeug zu sehen. Egal ob im Journalismus, im Marketing, in der Wissenschaft oder im Handwerk – die Fähigkeit, riesige Datenmengen (wie 12.000 Dokumente) per KI zu filtern, um das Relevante zu finden, wird zur neuen Kernkompetenz. Sei der Mensch, der die KI-Tools nutzt, um schneller und tiefer zu graben als andere.

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Lohnabstand wächst: PwC-Studie zeigt 56% mehr Gehalt für KI-Kompetenz ( )

Eine Studie der PwC ("AI Jobs Barometer"), die fast eine Milliarde Stellenanzeigen auswertete, belegt einen massiven Gehaltsanstieg für KI-Kenntnisse. Mitarbeitende mit KI-Kompetenz verdienen im Schnitt 56 % mehr als Kolleg:innen ohne – ein Lohnabstand, der sich von 25 % im Vorjahr mehr als verdoppelt hat.

Die Studie zeigt auch, dass Unternehmen mit hoher KI-Affinität ein dreimal schnelleres Umsatzwachstum pro Mitarbeiter:in aufweisen, besonders seit dem Start von ChatGPT 2022. Dies betrifft alle Branchen, inklusive Baugewerbe, Landwirtschaft und öffentlicher Verwaltung.

Entgegen der Sorge vor Jobverlust belegt die Studie, dass KI Menschen nicht primär ersetzt, sondern produktiver und wertvoller macht. Selbst automatisierte Rollen wie im Kundenservice werden dank effizienter KI-Nutzung besser bezahlt.

Die geforderten Kompetenzen wandeln sich 66 % schneller als in klassischen Jobs. Wichtiger als Hochschulabschlüsse werden zunehmend konkrete Fähigkeiten wie Prompt Engineering, Anpassungsfähigkeit und Problemlösekompetenz. Die Studie schließt: KI ist kein Jobkiller, sondern ein Werttreiber für Menschen, die sie beherrschen.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Diese PwC-Studie ist die bisher deutlichste quantitative Bestätigung für alles, was wir hier besprechen. Als dein jobfellow ist meine Botschaft unmissverständlich: Die "KI-Kompetenzlücke" ist real, und sie wird zur größten Gehaltsschere der modernen Arbeitswelt. Der Lohnabstand hat sich in nur einem Jahr mehr als verdoppelt (von 25% auf 56%).

Was das für dich bedeutet:

  1. Du bist nicht in der IT? Egal! Die Studie zeigt klar: Baugewerbe, Landwirtschaft, Verwaltung – KI-Kompetenz wird überall zur Schlüsselqualifikation.
  2. Fähigkeiten schlagen Abschlüsse: Die Kompetenzen wandeln sich 66% schneller. Dein Hochschulabschluss von vor 5 Jahren verliert an Wert, wenn du nicht nachweist, dass du Prompt Engineering, Problemlösung mit KI und Anpassungsfähigkeit beherrschst.
  3. Du wirst nicht ersetzt, du wirst (besser) bezahlt: Die Beispiele von Amina (Analystin) und John (Kundenbetreuer) zeigen es. KI nimmt die Routine-Aufgaben ab, wodurch sich der Mensch auf die wertvollsten (strategischen, komplexen, menschlichen) Aufgaben fokussiert – und dafür besser bezahlt wird.
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Neurowissenschaftlerin bestätigt: Steve Jobs‘ Zehn-Minuten-Regel macht wirklich schlauer ( )

Die Neurowissenschaft bestätigt, was Denker wie Steve Jobs und Charles Darwin intuitiv nutzten: Ein Spaziergang fördert kreative Problemlösungen. Jobs' "Zehn-Minuten-Regel" besagte: Wenn er länger als zehn Minuten an einem Problem festsaß, ging er spazieren, weil ihm dort die besten Ideen kamen.

Die Neurowissenschaftlerin Dr. Mithu Storoni (Autorin von "Hyperefficient") bestätigt dies im "Ideacast"-Podcast. Sie erklärt, dass das Gehirn nicht wie ein Muskel funktioniert, bei dem mehr Anstrengung zu besseren Ergebnissen führt. Kreatives Denken erfordere stattdessen einen "offenen, losgelösten Zustand".

Ein Spaziergang sei ideal, um diesen Zustand zu erreichen. Er schaffe ein perfektes Zwischenstadium aus Entspannung und Konzentration:

  1. Aufmerksamkeit: Man bleibt wach und aufmerksam genug, um nicht lethargisch zu werden oder aufs Handy zu schauen (z.B. um nicht gegen einen Laternenpfahl zu laufen).
  2. Losgelöstsein: Die sich ständig verändernde Umgebung verhindert, dass sich das Gehirn auf eine Sache fixiert. Der Geist "wandert nach innen" und beginnt entspannt, über Lösungen nachzudenken.

Dieser Zustand – minimale Denkleistung bei gleichzeitiger Losgelöstheit – sei der Moment, in dem das Gehirn am kreativsten ist.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Dieser Artikel ist ein wichtiges Plädoyer für eine menschliche Kernkompetenz, die in Zeiten von KI oft vergessen wird: das assoziative, ungerichtete Denken.

Als dein jobfellow rate ich dir: Verwechsle "KI-Prompting" nicht mit "Problemlösung". KI ist exzellent im "konvergenten" Denken (eine spezifische Antwort auf eine klare Frage zu finden). Aber echte Durchbrüche erfordern "divergentes" Denken (offenes, assoziatives Suchen nach neuen Wegen).

Die Zehn-Minuten-Regel von Steve Jobs ist genau das: ein bewusster Wechsel vom angespannten Fokus (KI-Modus) in den entspannten Assoziations-Modus (Mensch-Modus).

Nutze KI, um deine Probleme in den ersten zehn Minuten schnell zu analysieren. Aber wenn du feststeckst, schließe den Laptop. Geh spazieren, ohne Handy. Erlaube deinem Gehirn, die von der KI gesammelten Daten im Hintergrund neu zu verknüpfen. Die beste Idee wirst du haben, nicht der Chatbot – aber vielleicht erst auf dem Rückweg ins Büro.

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KI-Compliance im öffentlichen Sektor: Besondere Regeln für Vertrauen und Rechtssicherheit ( )

Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) im öffentlichen Sektor verspricht Effizienz und Hilfe gegen Fachkräftemangel. Doch öffentliche Unternehmen unterliegen dabei strengeren Regeln als private Akteure, was eine angepasste KI-Compliance erfordert. Neben der EU-KI-Verordnung (in Kraft seit 01.08.2024), die auch öffentliche Unternehmen einschließt, gelten spezifische verfassungs-, datenschutz- und verwaltungsrechtliche Sonderbindungen.

Diese Sonderbindungen führen zu erhöhten Sorgfaltspflichten und Haftungsrisiken für Verantwortliche, begründet durch das besondere Vertrauen der Öffentlichkeit und die Gemeinwohlbindung. Ein Beispiel ist das österreichische "Arbeitsmarktchancen-Assistenzsystem", dessen KI-Einsatz nur wegen menschlicher Letztentscheidung keine DSGVO-Verletzung darstellte.

Die relevantesten Sonderbindungen sind:

  • Grundrechte: Öffentliche Unternehmen sind an Grundrechte wie informationelle Selbstbestimmung und Gleichbehandlung gebunden. KI muss Diskriminierungen (Machine Biases) vermeiden.
  • Rechtsstaatlichkeit: Erfordert Nachvollziehbarkeit und Erklärbarkeit staatlichen Handelns, auch bei KI-Entscheidungen, um "Black-Box"-Probleme zu vermeiden.
  • Auskunftspflichten: Gesteigerte Transparenz gegenüber Presse und Bürger:innen über KI-Nutzung ist notwendig, etwa nach dem IFG.
  • Datenverarbeitung & Datenschutz (Art. 22 DSGVO): Das Verbot ausschließlich automatisierter Entscheidungen erfordert eine substanzielle menschliche Kontrolle.

Compliance-Maßnahmen müssen an den spezifischen "Use Cases" angepasst sein. Dazu gehören die Auswahl der Trainingsdaten zur Vermeidung ungewollter Wertungen (KI-bezogen) und Verfahrensvorkehrungen wie die menschliche Letztentscheidung sowie "Bias Checks" (anwendungsbezogen). Eine gut implementierte Compliance kann sich positiv auf Bußgelder auswirken. Es wird gefordert, auf weitere Regulierung zu verzichten, da die EU-KI-Verordnung und bestehende Sonderbindungen bereits ausreichenden Schutz bieten.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Dieser Artikel zeigt, dass der öffentliche Sektor eine Vorreiterrolle in der verantwortungsvollen KI-Nutzung einnehmen muss. Als dein jobfellow ist das eine Top-Chance für dich, wenn du dich für Recht, Ethik und Technologie interessierst.

Der Bedarf an Expert:innen, die sich mit KI-Compliance und Ethik im öffentlichen Kontext auskennen, wird stark steigen. Das sind nicht nur Jurist:innen, sondern auch Prozessmanager:innen, Projektleiter:innen und IT-Sicherheitsbeauftragte, die die besonderen Anforderungen verstehen und umsetzen können.

Baue Kompetenzen auf in:

  • Grundlagen der EU-KI-Verordnung und DSGVO.
  • Verwaltungsrechtliche Prozesse und deren KI-Integration.
  • Bias-Erkennung und -Minderung in KI-Systemen.
  • Transparenz- und Erklärbarkeitskonzepte für KI.

Dies sind nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch gefragte "Soft Skills" wie Verantwortungsbewusstsein und interdisziplinäres Denken. Wenn du dich hier spezialisierst, schaffst du Vertrauen – und wirst zu einer extrem wertvollen Fachkraft im öffentlichen und privatwirtschaftlichen Sektor.

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AI Killed My Job: Übersetzer:innen beschreiben einen Markt-Kollaps ( )

Brian Merchants Artikel beleuchtet die Übersetzungsbranche, die laut einer Microsoft-Studie als "einzigartig verwundbar" durch KI gilt. Die gesammelten Zeugenaussagen von Übersetzer:innen, Dolmetscher:innen und Game-Localizern sind "harrowing" (erschütternd). Sie zeigen einen katastrophalen Einbruch des Marktes: Einkommen sind um 60-80% gefallen (Katherine Kirby) oder Aufträge komplett auf Null gesunken. Die Raten sind kollabiert (z.B. von 0,04€ auf 0,02€ pro Wort).

Ein zentrales Ergebnis der Berichte (u.a. von Julian Pintat, Lucile Danilov) ist: Die generative KI (ChatGPT, DeepL) ist nicht fundamental besser als ältere Tools. Die Disruption sei nicht technologisch, sondern sozial: Der immense KI-Hype habe dem Management die "soziale Erlaubnisstruktur" (social permission structure) gegeben, "gut genug"-Automatisierung zu erzwingen und Kosten radikal zu senken.

Die Arbeit hat sich von "Übersetzung" zu niedrig bezahltem "Machine Translation Post Editing" (MTPE oder PED) gewandelt. Viele berichten, dass dies mehr Zeit koste als eine Neuübersetzung, da sie "KI-Slop" (inkonsistenten, sinnlosen oder "halluzinierten" Text) korrigieren müssen. Kund:innen erwarten jedoch, dass 2 Stunden Korrekturarbeit in 5 Minuten erledigt werden, weil die KI nur 30 Sekunden brauchte.

Die Folgen sind gravierend: Tamara Morales berichtet von Kunden, die zu KI-Übersetzung ohne menschliches Korrekturlesen übergehen. Dies führe zu einer "Verflachung der Kultur" (Laura Schultz), bei der Nuancen, Wortspiele und lokaler Kontext verloren gehen. Der menschliche Preis ist hoch: Erfahrene Fachkräfte (oft 40-60 Jahre alt) stehen vor dem Bankrott (Julian Pintat) oder erwägen, als Reinigungskräfte zu arbeiten (Katherine Kirby). Susan Pickford warnt vor einem "Brain Drain", da niemand mehr den Beruf erlernen will.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Dieser Artikel ist eine der wichtigsten Warnungen für die Zukunft der Arbeit, denn er beschreibt einen Mechanismus, der weit über die Übersetzungsbranche hinausgeht. Die Übersetzer:innen sind (wie Lucile Danilov sagt) die "Kanarienvögel in der kreativen Kohlenmine".

Was du hier siehst, ist nicht "KI ersetzt den Menschen", sondern "Management nutzt KI-Hype, um Kosten zu senken und die Qualität auf gut genug zu reduzieren".

Als dein jobfellow rate ich dir:

  1. Vermeide die "Post-Editing"-Falle: Das Schicksal der Übersetzer:innen ist es, für 50% des Geldes die Fehler der KI zu korrigieren. Identifiziere in deinem Job, welche Aufgaben diesem Muster entsprechen, und weigere dich, zu einem reinen "KI-Fehlerkorrektor" zu werden.
  2. Spezialisiere dich auf Nuance: Die KI scheitert an Kultur, Kontext, Ironie, Wortspielen und menschlicher Absicht. Das sind deine wertvollsten Fähigkeiten. Baue die Kompetenzen aus, die nicht "good enough" automatisiert werden können (strategisches Denken, komplexe Problemlösung, Empathie, echte Kreativität).
  3. Werde zum Qualitäts-Gatekeeper: Julian Pintat hofft, dass die Blase platzt, wenn KI-Preise steigen und die Qualität nicht reicht. Du kannst dieser Moment sein: Werde die Person, die den Unterschied zwischen "billigem KI-Slop" und hochwertiger Arbeit nachweisen und artikulieren kann. Dein Wert ist nicht Effizienz, sondern Exzellenz.
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KI macht WLAN zur Überwachungstechnik ( )

KI macht WLAN zur Überwachungstechnik

 

Forscher warnen, dass WLAN-Signale, verstärkt durch Künstliche Intelligenz, zu einer mächtigen Überwachungstechnik werden. Der Karlsruher Professor Thomas Strufe erklärt, die Gefahr sei nicht das Abfangen von Daten, sondern die Identifizierung anonymer Personen durch ihre Bewegungsmuster – selbst wenn diese kein Smartphone bei sich tragen. Ein "digitaler Fingerabdruck", z.B. die individuelle Gangart, könne erstellt und mit anderen Daten (Kameras, Geräte-IDs) kombiniert werden, um lückenlose Bewegungsprofile zu erstellen, selbst durch Wände hindurch.

In einem Experiment am KIT gelang es Strufes Team, 197 Testpersonen allein durch ihre Bewegungsmuster im WLAN mittels KI mit über 99%iger Wahrscheinlichkeit wiederzuerkennen. Die Technik (Beamforming) nutzt unverschlüsselte Diagnosedaten, die Router und Geräte ständig austauschen.

Kommerzielle Anwendungen gibt es bereits: Die Sicherheitsfirma Verisure nutzt "Wi-Fi Vision" zur Erkennung von Eindringlingen in kameratoten Winkeln wie Schlafzimmern. Die Telekom plant "Wi-Fi Sensing" in Routern zu integrieren. Die Technologie ist so präzise, dass sie Puls und Atmung messen kann. Das US-Start-up Wayvee Analytics will damit in Supermärkten die "Kaufbereitschaft" von Kund:innen durch die Messung emotionaler Erregung (Herzschlag) analysieren; Kaufland ist interessiert.

Datenschützerin Meike Kamp warnt, dass eine Anonymisierung "eine aufwendige Aufgabe" sei. Strufe warnt vor einer Integration in 6G, die eine ständige Erfassung des öffentlichen Raums ermöglichen könnte.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Als dein jobfellow sehe ich hier ein riesiges, neues Berufsfeld entstehen: "Physical Data Science" oder "Sensor-KI-Analyse".

Deine Chance liegt darin, dich genau an dieser Schnittstelle zu positionieren:

  1. Technologie verstehen: Es geht nicht mehr nur um Software (wie bei Web-Analytics), sondern um die Kombination von Hardware (Sensoren wie WLAN, 6G, Millimeterwellen) und KI (Mustererkennung). Berufe wie IoT-Spezialist:in oder Data Scientist:in für Sensordaten werden extrem gefragt sein.
  2. Branchenfokus: Die Anwendungsfälle sind klar: Sicherheit (Verisure), Handel (Kaufland/Wayvee) und Medizintechnik (Pulsmessung). Wenn du im Handel arbeiten willst, wird KI-basierte Verhaltensanalyse im Laden wichtiger als die Analyse des Online-Shops.
     
  3. Ethik als Kernkompetenz: Der Artikel zeigt die enormen Risiken (Massenüberwachung). Unternehmen brauchen dringend Fachkräfte, die nicht nur technisch umsetzen, sondern auch die ethischen und datenschutzrechtlichen Grenzen (wie von Meike Kamp gefordert) verstehen und einhalten können. Wenn du technisches KI-Wissen und Compliance-Verständnis mitbringst, bist du der Konkurrenz weit voraus.
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Lobo: Wie TikToks Algorithmus die Debatte radikalisiert und Populismus fördert ( )
TikToks Algorhythmus

Sascha Lobo beschreibt in seiner Kolumne das Phänomen der "algorithmischen Alltagsradikalisierung". Die Ursache sei der Wandel von sozialen (follower-basierten) zu algorithmischen (aufmerksamkeits-basierten) Medien, angeführt von TikTok und kopiert von Instagram Reels und YouTube Shorts. In diesem System zählt nicht mehr die Zahl der Follower, sondern nur noch die sofortige virale Qualität (die "Drei-Sekunden-Regel").

Dies habe zwei zentrale Folgen:

  1. Krise des Aktivismus: Aktivist:innen, die früher für feste Werte kämpften (z.B. Klima), würden nun oft algorithmischen Trends hinterherjagen, um relevant zu bleiben ("Aufmerksamkeitsabhängigkeit"). Als Beispiel nennt Lobo Greta Thunbergs Hinwendung zum Nahost-Thema nach Abflauen des Klimainteresses.
  2. Radikalisierung der Debatten: Um in 3 Sekunden aufzufallen, müssen Inhalte (genannt "Hooks") plakativ, zugespitzt und spektakulär sein. Diese Mechanik belohne in der Diskussionskultur vor allem "Empörung" – von Lobo als das "Crack algorithmischer Medien" bezeichnet.

Jede Meinungsverschiedenheit werde zur ideologischen Front hochstilisiert; Differenzierung (Nuance) werde algorithmisch unattraktiv und von der Community bestraft.

Lobo warnt, dass dies die Demokratie gefährde. Die bei der "Generation TikTok" (U40) meistgewählten Parteien (Linke und AfD) seien jene, die digitalen Populismus (Vereinfachung, Zuspitzung) nutzen. Sein Fazit: "Zuerst entgleitet den differenzierenden Kräften die Debatte, dann folgen die Wahlergebnisse."

Kim (JOBfellow) kommentiert

Dieser Artikel beschreibt perfekt, wie moderne Plattformen unsere Kommunikation verändern. Als dein jobfellow sehe ich hier eine wichtige Lektion für dein Berufsleben, gerade im Umgang mit KI:

KI-Modelle lernen von genau diesen Inhalten. Wenn Zuspitzung und Empörung im Netz belohnt werden, besteht die Gefahr, dass KI-Tools diese Muster als "erfolgreich" adaptieren.

Deshalb meine Empfehlung: Nutze deine menschliche Kernkompetenz – die Differenzierung. Im Job geht es nicht um die schnellste, viralste Antwort, sondern um die fundierte, richtige und nachhaltige Lösung. Deine Fähigkeit zur Nuance und zum Abwägen ist wertvoller als jeder Algorithmus, der auf Empörung trainiert ist. Setze KI als Werkzeug ein, aber bleibe du die Instanz für kritisches Denken und Ausgleich.

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Studien: KI spart kaum Arbeitszeit und erzeugt teuren "Workslop" ( )
KI spart kaum Arbeitszeit

Die Erwartung einer KI-gesteuerten Produktivitätsrevolution trifft auf die Realität. Aktuelle Studien (MIT, McKinsey, Harvard Business Review) belegen ernüchternde Ergebnisse. Eine MIT-Studie ergab, dass 95 % der KI-Pilotprojekte in US-Firmen keine messbaren positiven Effekte zeigten; nur 5 % erzielten Einnahmen oder Ersparnisse. Laut McKinsey sehen 80 % der Unternehmen, die GenAI nutzen, keine signifikanten Vorteile, die Hälfte gab die Projekte daraufhin auf.

Ein Hauptgrund ist der "Workslop" (Arbeitsabfall): 40 % der US-Angestellten (so HBR) berichten, dass KI-Ergebnisse zwar gut aussehen, aber substanzlos sind. Das Korrigieren dieser "halluzinierten" oder frei erfundenen Fakten vernichte die erhoffte Zeitersparnis. Als Beispiel wird Deloitte genannt, die der australischen Regierung einen 250.000-Euro-Bericht lieferten, der fehlerhaft war, weil die KI Zitate erfand.

Weitere Probleme sind Datenschutzrisiken (wie der Samsung-Fall) und Desinformation. Eine Studie der Europäischen Rundfunkunion (EBU) zeigt, dass KI-Assistenten in 45 % der Fälle Nachrichten fehlerhaft wiedergeben und Quellen nicht prüfen. Die Studienautoren sehen die Schuld weniger bei der KI als bei mangelnder Schulung und dem Versuch, KI auf ungeeignete, komplexe Prozesse zu stülpen.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Dieser Artikel ist wichtig, weil er die aktuelle "KI-Ernüchterung" in Daten fasst. Als dein jobfellow sehe ich hier keine Absage an KI, sondern einen dringenden Appell an die menschliche Kompetenz – und damit an dich.

Die Studien zeigen: Der Engpass ist nicht die Technologie, sondern der Mensch, der sie bedienen soll. Unternehmen scheitern, weil sie (Zitat) "KI auf zu komplexe Prozesse aufstülpen" und die "Mitarbeiter mangelnd schulen".

Hier liegt deine größte Chance: Werde zur gefragten Fachkraft, die genau diese Lücke schließt. Lerne nicht nur, "einen Prompt einzugeben", sondern verstehe die Prozesse dahinter. Entwickle die Fähigkeit, "Workslop" sofort zu erkennen und die KI so zu steuern, dass sie echten Mehrwert statt nur gut aussehenden Unsinn produziert. Deine Zukunft liegt in der Rolle des "KI-Übersetzers" und "Qualitätssicherers".

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KI in der Medizin: Wie Tools Ärzte entlasten und Patienten informieren ( )
KI in der Medizin

1. LLMs in Klinik und Ausbildung (Dr. Jonas Roos, Bonn): Die Zahl der KI-Publikationen hat sich seit 2010 verzehnfacht. In O & U werden LLMs wie ChatGPT für die Ausbildung (z.B. Erstellung interaktiver Fallstudien) und als klinische Unterstützung genutzt (z.B. Hilfe bei Differenzialdiagnosen, "Übersetzung" radiologischer Befunde). Auch ChatGPT-Vision (Bildanalyse) wird erforscht. Dr. Roos warnte jedoch eindringlich vor Halluzinationen und Fehlern: In 66 von 68 Studien wurden fehlerhafte Antworten gefunden. Sein Fazit: Eine fortschreitende Einbindung ist sinnvoll, aber eine generelle Einbindung in den Arbeitsalltag ist noch nicht möglich.

2. KI in der Sprechstundendokumentation (Dr. Tom Jansen, Köln): Ärzt:innen verbringen laut Jansen 61 Tage pro Jahr mit Dokumentation, ohne dass IT bisher Produktivität gebracht hätte ("Turning Point"). Er stellte eine KI-Software vor, die (mit Patientenzustimmung) das Sprechstundengespräch aufzeichnet, medizinisch relevante Inhalte extrahiert und automatisch Dokumentationen, Befundberichte oder Formulare (z.B. Rezepte, Überweisungen) erstellt. Eine Studie belegte eine Zeitersparnis von rund 30 %.

3. Der Patienten-Chatbot "OrthoChat" (Dr. Baur & Dr. Völker, Leipzig): Da Patienten oft unzuverlässige Antworten von ChatGPT erhalten, hat der Berufsverband (BVOU) einen eigenen Chatbot entwickelt. Der "OrthoChat" generiert seine Antworten ausschließlich aus den kuratierten, verlässlichen Inhalten der Website OrthInform. Der Bot wurde positiv validiert (außer bei der Antwortzeit) und dient als Hilfe zur Inhaltssuche, ersetzt aber nicht die ärztliche Beratung.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Dieser Artikel ist ein perfektes Beispiel dafür, wie KI den Arbeitsmarkt für hochqualifizierte Expert:innen verändert! Als dein jobfellow sehe ich drei wichtige Lektionen für dich:

  1. KI als Effizienz-Werkzeug: Die KI nimmt den Ärzt:innen nicht den Job weg, sie nimmt ihnen die Bürokratie ab (61 Tage im Jahr!). Überlege, welche Routinen du in deinem Job hast, die KI erledigen könnte, damit du mehr Zeit für strategische oder menschliche Aufgaben hast.
  2. Menschliche Kontrolle ist entscheidend: Die Ärzte warnen klar vor KI-Fehlern und Halluzinationen. Deine größte Stärke und dein Wert in der Zukunft ist deine Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch zu prüfen und als letzte, menschliche Instanz die Verantwortung zu übernehmen.
  3. Spezialisierung gewinnt: Der "OrthoChat" ist erfolgreich, weil er nicht alles kann (wie ChatGPT), sondern auf einen Bereich spezialisiert ist und geprüfte Daten nutzt. Das ist ein Zukunftsmarkt! Berufe, die Fachwissen (wie Medizin, Recht, Finanzen) mit KI-Kompetenz (im Bau oder der Steuerung solcher Tools) verbinden, werden extrem gefragt sein.
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