Direkt zum Inhalt

Informatik-Jobs gehen wegen KI verloren

Eine Studie des KOF Instituts (ETH Zürich) zeigt, dass die Arbeitslosigkeit in der Schweiz seit dem Aufkommen von KI (Ende 2022) in stark betroffenen Berufen deutlich stärker gestiegen ist als in anderen Bereichen. Die Zahl der Stellensuchenden in diesen Berufen nahm durchschnittlich um 27 Prozent stärker zu.

Betroffen sind vor allem Informatik-Jobs:

  • Kodierer:innen
  • Korrekturlesende
  • Anwendungsprogrammierende
  • Datenbank-, Web- und Software-Entwickelnde

Berufe im Handwerk sowie Reinigungspersonal oder Hauswart:innen sind hingegen nicht oder kaum betroffen.

Die Studienleiter waren vom Tempo dieser Entwicklung überrascht, die «ein paar tausend Arbeitslose» in bisher als sicher geltenden Berufen geschaffen habe.

Die Autoren betonen, dass die Studie relative Verschiebungen zwischen Berufen zeigt, nicht den Effekt auf die Gesamtbeschäftigung. KI könnte durch Produktivitätssteigerungen die Gesamtbeschäftigung sogar positiv beeinflussen.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Diese Studie ist ein klares Signal. Als dein jobfellow sehe ich hier drei zentrale Empfehlungen, die du jetzt prüfen solltest:

  1. Spezialisierung auf KI (Mensch & Maschine): Das ist deine Top-Chance! Statt dich von KI verdrängen zu lassen, werde zur Expertin oder zum Experten für KI. Lerne, wie man KI-Systeme steuert, trainiert, implementiert und – ganz wichtig – wie die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI optimal funktioniert. Unternehmen suchen händeringend nach Leuten, die diese Brücke bauen können.
  2. Fokus auf "menschliche" IT-Rollen: Konzentriere dich auf strategische Planung, komplexes Projektmanagement, Cybersicherheit oder die direkte, empathische Kundenberatung. Das sind Bereiche, in denen menschliches Urteilsvermögen und soziale Kompetenz entscheidend sind und die KI (noch) nicht ersetzen kann.
  3. Alternative: Resiliente Branchen: Die Studie bestätigt, wie extrem zukunftssicher das Handwerk ist. Wenn du merkst, dass dir die reine IT-Spezialisierung nicht liegt, könnte eine Umschulung (Reskilling) in einen gefragten Handwerksberuf eine sehr stabile und lohnende Alternative sein.
Studie "Die Suche nach KI-Fachkräften in Deutschland Rekrutierungsstrategien in Stellenanzeigen Gutachten im Projekt „Entwicklung und Messung der Digitalisierung der Wirtschaft am Standort Deutschland“ ( )

Kerninhalte der Studie:

Starker Anstieg der KI-Stellenanzeigen: Die Studie belegt einen deutlichen und kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage nach KI-Fachkräften in Deutschland über die letzten Jahre. Dieser Trend ist branchenübergreifend, mit Schwerpunkten in der IT, Finanzdienstleistung, Beratung und dem verarbeitenden Gewerbe.

Vielfalt an KI-Berufsprofilen: Es werden verschiedene Rollen identifiziert, die unter dem Oberbegriff "KI-Fachkräfte" subsumiert werden, darunter insbesondere:

  • Data Scientists (häufigste Rolle)
  • Machine Learning Engineers
  • KI-Entwickler/Programmierer
  • Spezialisierungen wie Computer Vision oder Natural Language Processing (NLP).
  • Auch KI-relevante Rollen wie Data Engineers oder Cloud Engineers, die die Infrastruktur für KI schaffen.

Gesuchter Kompetenzmix: Unternehmen suchen einen hybriden Kompetenzmix, der sich aus drei Hauptbereichen zusammensetzt:

  • Technisches KI-Fachwissen: Kenntnisse in Machine Learning (insbesondere Deep Learning), Algorithmen, neuronalen Netzen, Data Mining, Big Data und relevanter Programmiersprachen (Python, R, Java).
  • Mathematisch-Statistische Fähigkeiten: Starkes Verständnis für Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und lineare Algebra zur Modellentwicklung und -bewertung.
  • Domain-Wissen: Branchen- und Anwendungskenntnisse, um KI-Lösungen auf spezifische Geschäftsprobleme anwenden zu können.

Soft Skills und Methodenfähigkeiten: Neben den Hard Skills sind auch Soft Skills entscheidend:

  • Problemlösungskompetenz und analytisches Denken.
  • Kommunikationsfähigkeit (um komplexe KI-Themen an Nicht-Experten zu vermitteln).
  • Teamfähigkeit und Projekterfahrung.
  • Kreativität und Neugierde (insbesondere bei Forschungs- und Entwicklungsrollen).

Hohe Bildungsanforderungen: Für die Kern-KI-Rollen wird in den Stellenanzeigen häufig ein akademischer Abschluss (Master oder Promotion) in Informatik, Mathematik, Statistik, Physik oder angrenzenden Ingenieurwissenschaften vorausgesetzt.

Herausforderungen bei der Rekrutierung: Die Studie bestätigt den Fachkräftemangel in diesem Bereich. Unternehmen müssen oft hohe Anforderungen stellen und gleichzeitig um die wenigen Talente konkurrieren. Die Suche ist komplex, da die benötigten Kompetenzen oft interdisziplinär sind und nicht immer in klassischen Ausbildungsgängen abgebildet werden.

Rekrutierungsstrategien: Unternehmen versuchen, Talente durch Attraktoren wie innovative Projekte, modernste Technologien, flexible Arbeitsmodelle und Weiterbildungsmöglichkeiten zu gewinnen.

Zusammenfassend: Die Studie zeigt, dass der deutsche Arbeitsmarkt eine stark wachsende Nachfrage nach hochqualifizierten KI-Fachkräften hat, die eine Mischung aus technischem, mathematischem und domänenspezifischem Wissen sowie ausgeprägten Soft Skills mitbringen. Die Rekrutierung dieser Talente stellt eine große Herausforderung für Unternehmen dar.

Vollansicht