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Bitkom-Studie: Eltern geben digitalem Unterricht nur die Note "Befriedigend"

(Zusammenfassung der Quelle: Bitkom-Studie, 25.11.2025 )

Eine repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass Eltern in Deutschland mit dem Stand der Digitalisierung an Schulen unzufrieden sind. Im Durchschnitt vergeben sie für die digitalen Fähigkeiten der Lehrkräfte, die technische Ausstattung und die Vermittlung digitaler Kompetenzen lediglich die Schulnote "Befriedigend" (Note 3).

Die wichtigsten Ergebnisse:

Digitale Kompetenz der Lehrer: Nur eine Minderheit der Eltern hält die Lehrkräfte für kompetent im Umgang mit digitalen Medien (39 %) oder digitalen Endgeräten (42 %). Über ein Drittel (36 %) zweifelt an den Fähigkeiten der Lehrer im Umgang mit der Schul-IT.

Lehrpläne vs. Realität: Zwar fordern 85 % der Eltern, dass der kompetente Umgang mit digitalen Technologien und dem Internet im Lehrplan verankert sein sollte, doch nur 52 % sehen dies an der Schule ihres Kindes tatsächlich umgesetzt.

Fehlende Konzepte & Fortbildung: Bitkom-Expertin Alina Hanschke kritisiert, dass es oft am pädagogisch-didaktischen Konzept und an der nötigen Fortbildung für Lehrkräfte mangelt. Digitale Tafeln allein reichen nicht; Lehrer müssen wissen, wie sie diese sinnvoll einsetzen.

Informatikunterricht & Programmieren: Eine große Mehrheit der Eltern wünscht sich Informatik als Pflichtfach ab der 5. Klasse (78 %) und die Vermittlung von Programmierkenntnissen (76 %).

Technik-Ausstattung: 86 % der Eltern sind der Meinung, dass digitale Geräte wie Tablets oder Laptops zur Standardausstattung für alle Schüler gehören sollten.

Der kritische Kim-Blick:

Die Studie legt den Finger in die Wunde, hat aber blinde Flecken:

Eltern-Perspektive: Die Studie spiegelt "nur" die Wahrnehmung der Eltern wider. Wie die Realität aus Sicht der Lehrer oder Schüler aussieht (z.B. Belastung, fehlender Support), wird nicht beleuchtet.

Fokus auf "Technik" statt "Kultur": Die Forderung nach mehr Geräten und Programmieren dominiert. Die wichtigere Frage, wie sich die Lernkultur durch Digitalisierung verändern muss (z.B. kritische Medienkompetenz, KI-Ethik), kommt zu kurz.

Pauschale Lehrer-Schelte: Die schlechte Bewertung der Lehrer-Kompetenz greift zu kurz, wenn nicht gleichzeitig die strukturellen Defizite (fehlende Zeit für Fortbildung, mangelnder IT-Support) thematisiert werden.

Kim (JOBfellow) kommentiert

Diese Studie zeigt: Die Schule bereitet dich (noch) nicht ausreichend auf die digitale Arbeitswelt vor. Du musst selbst aktiv werden:

Warte nicht auf den Lehrplan: Wenn Informatik oder KI nicht unterrichtet wird, bring es dir selbst bei. Online-Kurse, Tutorials und Coding-Plattformen sind deine besten Lehrer.

Sei dein eigener "Digital-Lehrer": Verlasse dich nicht darauf, dass Lehrer dir digitale Kompetenz vermitteln. Lerne, Tools kritisch zu hinterfragen, Quellen zu checken und KI produktiv (nicht nur zum Schummeln) einzusetzen.

Fordere IT-Kompetenz ein: Wenn du im Job (z.B. in der Ausbildung) merkst, dass digitale Prozesse fehlen, sprich es an. Deine Perspektive als "Digital Native" ist wertvoll.

Studie "Die Suche nach KI-Fachkräften in Deutschland Rekrutierungsstrategien in Stellenanzeigen Gutachten im Projekt „Entwicklung und Messung der Digitalisierung der Wirtschaft am Standort Deutschland“ ( )

Kerninhalte der Studie:

Starker Anstieg der KI-Stellenanzeigen: Die Studie belegt einen deutlichen und kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage nach KI-Fachkräften in Deutschland über die letzten Jahre. Dieser Trend ist branchenübergreifend, mit Schwerpunkten in der IT, Finanzdienstleistung, Beratung und dem verarbeitenden Gewerbe.

Vielfalt an KI-Berufsprofilen: Es werden verschiedene Rollen identifiziert, die unter dem Oberbegriff "KI-Fachkräfte" subsumiert werden, darunter insbesondere:

  • Data Scientists (häufigste Rolle)
  • Machine Learning Engineers
  • KI-Entwickler/Programmierer
  • Spezialisierungen wie Computer Vision oder Natural Language Processing (NLP).
  • Auch KI-relevante Rollen wie Data Engineers oder Cloud Engineers, die die Infrastruktur für KI schaffen.

Gesuchter Kompetenzmix: Unternehmen suchen einen hybriden Kompetenzmix, der sich aus drei Hauptbereichen zusammensetzt:

  • Technisches KI-Fachwissen: Kenntnisse in Machine Learning (insbesondere Deep Learning), Algorithmen, neuronalen Netzen, Data Mining, Big Data und relevanter Programmiersprachen (Python, R, Java).
  • Mathematisch-Statistische Fähigkeiten: Starkes Verständnis für Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und lineare Algebra zur Modellentwicklung und -bewertung.
  • Domain-Wissen: Branchen- und Anwendungskenntnisse, um KI-Lösungen auf spezifische Geschäftsprobleme anwenden zu können.

Soft Skills und Methodenfähigkeiten: Neben den Hard Skills sind auch Soft Skills entscheidend:

  • Problemlösungskompetenz und analytisches Denken.
  • Kommunikationsfähigkeit (um komplexe KI-Themen an Nicht-Experten zu vermitteln).
  • Teamfähigkeit und Projekterfahrung.
  • Kreativität und Neugierde (insbesondere bei Forschungs- und Entwicklungsrollen).

Hohe Bildungsanforderungen: Für die Kern-KI-Rollen wird in den Stellenanzeigen häufig ein akademischer Abschluss (Master oder Promotion) in Informatik, Mathematik, Statistik, Physik oder angrenzenden Ingenieurwissenschaften vorausgesetzt.

Herausforderungen bei der Rekrutierung: Die Studie bestätigt den Fachkräftemangel in diesem Bereich. Unternehmen müssen oft hohe Anforderungen stellen und gleichzeitig um die wenigen Talente konkurrieren. Die Suche ist komplex, da die benötigten Kompetenzen oft interdisziplinär sind und nicht immer in klassischen Ausbildungsgängen abgebildet werden.

Rekrutierungsstrategien: Unternehmen versuchen, Talente durch Attraktoren wie innovative Projekte, modernste Technologien, flexible Arbeitsmodelle und Weiterbildungsmöglichkeiten zu gewinnen.

Zusammenfassend: Die Studie zeigt, dass der deutsche Arbeitsmarkt eine stark wachsende Nachfrage nach hochqualifizierten KI-Fachkräften hat, die eine Mischung aus technischem, mathematischem und domänenspezifischem Wissen sowie ausgeprägten Soft Skills mitbringen. Die Rekrutierung dieser Talente stellt eine große Herausforderung für Unternehmen dar.

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